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Erlebnis- und Forschungsreise Tansania 2010
vom 10.Februar bis 22.Februar

Wir vier von Bangel, Felix Bangel, Bernd Hohlfeld, Jens Lindner und ich trafen uns am Mittwoch gegen Mittag,  am Hauptbahnhof, um gemeinsam zum zentralen Sammel- und Abflugpunkt nach Frankfurt zu fahren.
Dort angekommen war es nicht schwer, die anderen Teilnehmer zu entdecken. Entweder trugen Sie schon die gesponsorten T-Shirts oder die einheitlichen Kofferspannbänder. Beim einchecken gingen die angekündigten Probleme los. Jeder wusste eigentlich, dass es ein Gewichtslimit gab, also wurden die Tauchautomaten und Kosmetikkoffer aus zu vollen Koffern, bei den anderen Reisenden untergebracht. Man sah schon die ersten bekannten Gesichter und man wurde selbst erkannt.
Der geplante Abflug verschob sich auf 23.45Uhr, also könnte man auch den Beginn der Reise auch auf den 11.Februar beziffern. Wir flogen nach Addis Abeba (Äthiopien),  um  10.00 Uhr angekommen, mussten wir uns einen, wie sich später herausstellte, üblichen Check in über uns ergehen lassen. Schuhe aus, Gürtel ablegen und Taschen leeren.  Als wir in Startposition gingen, und der Geruch von Kerosin durchs Abteil schlich, wurde uns endgültig bewusst, dass wir keine Neckermannreise gebucht hatten. Was man bei Ethiopian Airlines nicht essen sollte, ist Lasagne. Sie besteht aus einer unbekannten, in verschiedenen grünen Nuancen leuchtenden und ohne Nudeln hergestellten Masse. Nach einer Zwischenlandung in Mombasa (Kenia) erreichten wir um 15:30 Uhr den Kilimanjaro Airport.


Warm, Sonne scheint, Expedition beginnt.
Nach 40 minütiger Fahrt über staubige Pisten, wo ab und an der Reifen am Radkasten schliff, erreichten wir unsere Lodge. Wir wurden auf zwei Gruppen aufgeteilt, die anderen durften nochmals ein paar Minuten weiterfahren, in eine andere Lodge. Unsere Lodge lag direkt am Fuße des Mount Meru. Mit der Hoffnung auf exotische Tiere jeglicher Art, ging es am Abend mit Taschenlampen bewaffnet in den Busch. Ausbeute waren schöne Fotos mit Gottesanbeterinnen, Schönschrecken und Spinnen. Am folgenden Tag ging es früh mit unseren Bussen in den Arusha Nationalpark. Zum „schießen“ der Big Five. Leider erwischten wir nur den Büffel, aber wir gaben uns auch mit Giraffen, Antilopen, Warzenschweinen und anderen Getier zu frieden. Was sehr auffällig war, dass alle anderen Touristen, die wir die Tage trafen, nach oben fotografierten, wir hingegen uns mehr für das Getier auf dem Boden interessierten.
Einer unserer Einheimischen Führer, Peter, verblüffte uns immer wieder, wie die Evolution die Augen schärfen kann. Als Beispiel sei nur eins von vielen genannt, wir fuhren mit unserem Bus aus der Lodge, über eine holprige und staubige Piste, Peter rief nur anhalten, und sprang aus dem Fenster. Er lief ca.10-15 Meter zu einem Baum mit einem trockenen Ast und deutete darauf. Als keiner von uns erkannte, was er wollte, brach er diesen ab, und kam zurück in den Bus. Erst jetzt erkannten wir, dass auf diesem Ast ein Lappenchamäleon saß.


Wir hatten in den folgenden zwei Tagen ein straffes Programm und wurden in den Bussen ordentlich durchgeschüttelt. Ein großes Lob und auch Dank an unseren Fahrer, der es immer schaffte, das unserer Bus der Erste war, was den Vorteil hatte, dass wir nicht den Staub der anderen schlucken mussten. An den beiden Tagen ging es in den Nationalpark, um die für Afrika typischen Tiere zu schießen, selbstverständlich nur auf Speicherchip.
Nebenher besuchten wir auch einen Bach außerhalb des Parks, um dort nach Fischen zu suchen. Wir entdeckten dort unter anderem, wahrscheinlich einen Haplochromis, der zur genauen Analyse ein paar Flossenstücke lassen musste. In dem gleichen Rinnsal  fanden wir auch noch ein paar Barben und Frösche, die niemand von uns genauer zuordnen konnte. Ganz in der Nähe machten sich unsere Mitstreiter mit den besten Teleobjektiven daran, ein Paar brütende Agarporniden auf Bild zu speichern, was große Ausdauer verlangte, aber auch belohnt wurde.


Bei jedem Halt, wie auch bei diesem, wurden über die gesamte Reise hinweg, Temperaturdaten, Lichtintensität, UV-Strahlung, Wasserparameter und noch viel mehr erfasst. Eine genaue Auflistung dieser Daten ist als Anlage angeheftet.
Sehr interessant war auch eine Ausfahrt in ein Geröllfeld, was mit Akazienbüschen bewachsen war. In diesem Habitat wurden Skorpione, vermutlich der Gattung Opistophthalmus, gefunden. Unter jedem 5ten Stein saß einer. Wahnsinn, da macht das Suchen Spaß. Es wurden zwei verschiedene Arten gefunden, unterschied war das Glied vor dem Stachel und der Stachel selbst, waren einmal gelb und beim anderen schwarz gefärbt. Unter den Steinen fanden sich zum Teil auch die letzten Mahlzeiten der Skorpione, Tausendfüßer.


Selbst in einem Binnengewässser, was wir auch aufsuchten, konnten wir Guppy´s nachweisen. An diesem Gewässer entdeckten wir unser erstes Chamäleon, und zwar ein Lappenchamäleon. Nachdem es eiinem Blitzlichtgewitter von gut 30 Kameras ausgesetzt war, war es nicht verwunderlich, dass es die gelbe Stresszeichnung noch längere Zeit beibehielt. Im gleichen Biotop fanden unsere Führer auch noch ein Fisher Zweihornchamäleon. Wir anderen schafften es nur auf Schmetterlinge, Spinnen und Wanzen.


Der Besuch eines Reptiliums war ernüchternd. Dort waren die Tiere, die wir lieber in Freiheit gesehen hätten, in einer Art präsentiert, die uns weh tat. Ich habe noch nie so viele Milben und Zecken auf Tieren gesehen, wie dort. In den Schauterrarien waren Mambas, Ottern, Nilkrokodile, Nilwarane, Schildkröten und selbstverständlich Chamäleon zu sehen. Dieses Reptilium fungiert gleichzeitig als Fang- und Zwischenstation für den Export. Als wir von unserem Fänger Peter erfuhren, was er für ein D.dilepis bekommt, kann es einem bange werden, um den Bestand der Tiere. Das monatliche Einkommen eines Lehrers beträgt 75€. Für ein Chamäleon bekommt Peter 15 Cent.


Auf dem Weg zur Chamäleon-Area, die wir am Abend besuchen wollten, hatten wir endlich einmal freie Sicht auf dem Kilimandscharo. Es war ein ergreifendes Bild, die Kaiser Wilhelm Spitze in blutrotem Licht des Sonnenuntergangs zu sehen. Dadurch kamen wir erst in völliger Dunkelheit an unserem Ziel an. Mit Hilfe von Taschenlampen, waren die Chamäleons sehr leicht zu finden. Sie reflektierten das künstliche Licht anderes, als die Büsche, in denen sie saßen. Sie stachen mit ihrer hellgrünen Färbung aus der Umgebung heraus. Also fast kein Problem für Fänger, innerhalb von ein paar Stunden, den Lebensunterhalt für die Familie zu sammeln.
An einer Fischzuchtanlage machten wir im darunter liegenden Bach auch wieder die Bekanntschaft mit Guppy´s und Schwertträger. Dort fanden wir auch eine Grasnatter, Frösche in verschiedenen Stadien, Krabben und Achatschnecken.
An einem Abend gab es einen sehr informativen Vortrag von Uwe Wünstel, vom Reptilium Landau, über den ägyptischen Dornschwanz. Fazit ist, dass wir unsere Uromastyx aegypticus viel zu kalt halten. Selbst im Winter sind in den Höhlen, wo sich die Tiere aufhalten mindestens 24°C.


Als es zum Abschied kam, wurde noch schnell ein Gruppenfoto gemacht, wo wir alle zusammen mal auf ein Bild waren. Der Abschied viel nicht sehr schwer, da wir uns alle auf die Insel Sansibar freuten.


Bei der Ankunft auf Sansibar wurden wir von der Gepäckausgabe überrascht. Diese bestand aus mit Blech beschlagenen Tischen. Das Wetter, was schon im Arusha Nationalpark sehr warm war, wurde von der Wärme nochmals übertroffen. Nach einer längeren Fahrt kamen wir in unserer Bungalowanlage an. Mehrere konnten dem blauen Wasser nicht wiederstehen, und hüpften noch bevor die Schlüssel verteilt wurden in die Fluten. Zur Info: Ein Trinkgeld in Höhe von 5$ bewirkt ein mit Blüten dekoriertes und frisch bezogenes Bett und das täglich. Bei den Zimmern ohne Trinkgeld waren die Bettlaken vom Vortag im Groben glattgezogen.


Am den nächsten Tagen ging es für uns Schnorchler hinaus zu einem Leuchtturm. Poseidon wurde leider nicht vorher informiert, dass hier ein paar deutsche Landratten kommen, die die Berg- und Talfahrt maximal aus der Achterbahn kennen. Das Wasser war herrlich, aber leider die Riffe zum Teil zerstört. Die Futterübungen verliefen ohne Probleme. Bei unserer nächsten Ausfahrt an diesem Tage, war das Wasser zwar ruhiger, aber dafür herrschte eine recht ordentliche Strömung. Hier war das Riff in einer besseren Verfassung. Es herrschte hier an der Westküste kein Unterschied zwischen Wasser- und Lufttemperatur. In beiden Fällen 30°C. Die Schnorchelausflüge waren mit einem akuten Sonnenbrandrisiko verbunden, deswegen wurde nur mit Shirt und langen Hosen ins Wasser gegangen. Unser kleiner Ausflug ins Dorf außerhalb unserer gesicherten Anlage war bedrückend. Die Häuser aus Korallen- oder Tuffgestein gebaut, meistens aus nur einem Raum bestehend.


An einem Abend gab es einen Vortrag zur Erkennung der Wasserqualität an einem See anhand des Bewuchses durch verschiedene Pflanzen. Sehr interessant, aber nicht unbedingt nach Sansibar passend. Am anderen Abend war es einen Folkloreabend, mit den anscheinend typischen Tänzen.


Bei Phelsuma dubia können wir das Vorkommen aus Sansibar bestätigen. Phelsumen fangen ist eigentlich ganz leicht. Einer klettert die Palme hoch, schüttelt ordentlich die Palmenwedel und die anderen sammeln und fangen alles ein, was runter fällt.
Sansibar war zwar sehr schön, aber wir freuten uns alle auf den wichtigsten Teil der Expedition, jedenfalls aus meiner Sicht. Der Abflug nach Kigoma am Tanganyikasee verlief ohne Probleme, bis auf dass nicht das gesamte Gepäck in die kleine Maschine passte. Die Unglücklichen mussten bis zum nächsten Mittag auf Ihr Gepäck verzichten. Vom Klima her kühler, da der See ca. 800 Meter über den Meeresspiegel liegt. 
Der Pilot überflog extra für uns, das Kigoma Hill Top Hotel, unsere Unterbringung für die nächsten Tage. Das Hotel lag erhöht auf einer Felsenklippe, direkt am See. Der Flughafen war eine vom Sand rot gefärbte Piste, auf der der Pilot sehr sanft landete. Obwohl es die Hauptstadt der Region ist, war der Flughafen sehr provinziell. Wir wurden freundlichst begrüßt und unser Gepäck gleich in die schon wartenden Autos verstaut. Die Fahrt ins Hotel führte uns durch die Stadt, teilweise an prächtigen Kolonialbauten vorbei. Das Gelände war mit einer bewachten Mauer, mit Stromzaun umgeben. Die Empfangshalle versetzte uns endgültig in die Zeit der Kolonien zurück. Das Hotel mit seiner Anlage war die Schönste und Prunkvollste, die wir auf unserer Expedition genossen hatten.
Hier, wie auch in allen anderen Hotels und Lodges, waren wir mit Sicherheit seit Ewigkeiten die erste große, wenn nicht sogar die größte Reisegruppe. Hier in Kigoma Hill Top Hotel, sind die Zebras auf dem Hotelgelände frei, und durch den Zaun davor geschützt, das Gelände zu verlassen.


Das Essen hier entsprach mehr unseren westlich orientieren Geschmacksnerven. Und man konnte aus einem sehr reichhaltigen Buffet auswählen. Es sei noch anzumerken, dass man seine getragene Kleidung nicht achtlos auf dem Boden liegen lassen sollte, denn diese wird von den sehr ordentlichen Zimmermädchen markiert und gereinigt. Die Höhe der Rechnungssumme bewegt sich auf gutem deutschen Niveau.
Wir wurden per Shuttle Service an den See gefahren. Das Wasser war sehr klar, etwas kühler, und für diejenigen, die das Glück hatten, dass das Gepäck auch da war, herrlich. Man sah im flachen Wasser Erethmodus und alles andere, was das Barschfreundherz höher schlagen lässt. Die nächsten Tage verbrachten wir meistens im Wasser, wenn wir uns nicht zwischendurch in der Sonne erwärmen mussten. Man konnte im flachen Wasser all die Fische erkennen, die man aus der guten alten Zeit noch kannte, als diese Barsche noch Hochkonjunktur hatten, und es noch sehr viele Freunde, dieser doch zum Teil sehr ruppigen Genossen gab.


Unser begleiteter Ausflug auf den heimischen Markt war etwas bedrückend. Man konnte neben gebrauchten Schuhen, Gewürzen, Reis und Bohnen in unbeschreiblichen Mengen, auch Fische des Sees erwerben. Diese waren getrocknet, und die Fliegen auf diesen nicht in der Stückzahl, wie ich sie erwartet hätte. Der von mehreren gewünschte  Ausflug zum, von Deutschen erbauten Bahnhof in Kigoma, war ernüchternd. Man konnte sich schwer vorstellen, dass das große und fast verlassene Bahnhofsgelände mal der Hauptknotenpunkt in der Region war.
Am Abend erfolgte ein Vortrag über die Evolution der Barsche in den großen Grabenseen. Leider war dieser hervorragende Vortrag zu einem sehr späten Zeitpunkt, wo die Konzentration nicht mehr auf dem Höhepunkt war.
Die Abfahrt vom See zurück nach Sansibar war schon schwer, da man sich bewusst wurde, dass man sicherlich nie wieder an dieses beeindruckende Gewässer zurückkommen wird. Die angeblich kurze Fahrt dann vom Flughafen Sansibar zu unserer neuen Unterkunft, dauerte zwei Stunden. Bei der Ankunft wurden wir für diese Strapaze entschädigt. Kleine Zimmer, direkt am Pool mit direktem Zugang zum Meer. Das Riff ca.500 Meter vom Strand entfernt. Bedeutete , schnorcheln im flachen Wasser. Zwar eine starke Strömung bei der Flut, aber Tiere im flachen Wasser zwischen den intakten Korallenstöcken. Hier an der Ostküste war die Wassertemperatur deutlich kühler, als an der Westküste, wo unser erster Aufenthalt auf dieser wunderschönen Insel war.


Da wir am letzten Tag unser Expedition angelangt waren, war unsere Feierlaune auf dem Höhepunkt. Wir hinterließen mit Sicherheit einen bleibenden Eindruck bei  den zwei  älteren Ehepaaren aus Deutschland, die bis dahin die einzigen Bewohner dieses beschaulichen und ruhigen Fleckchen Erde waren.


Fazit: Eine herrlich, aber anstrengende Expedition, die nichts mit Neckermann zu tun hatte. Es ist jedem zu empfehlen, der Interesse an den Barschen des Tanganjikasees hat, einmal dorthin zu fahren. Es war umwerfend.  Ich danke hiermit allen, die mir die Reise ermöglicht haben.

 


Jan Makan

 

 

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